Kochen mit Gin-Aroma.

Das Trend-Getränk Gin überzeugt auch in der Küche: Durch seine intensive Wacholdernote bringt Gin einen überraschenden Geschmack in viele verschiedene Gerichte.

Drei Arten der Gin-Herstellung.

Die Haupt-Aroma-Komponente eines Gins ist Wacholder. Von dem wissenschaftlichen Namen der kleinen, runden Zapfen (Juniperus), leitet sich der niederländische Name „Genever“ und auch das Wort „Gin“ für klaren Branntwein mit Wacholderaroma ab. Die deutliche Wacholdernote wird dem klaren, hochprozentigen Alkohol, der als Basis des Getränks dient, durch drei verschiedene Verfahren zugefügt:

Siemens lifeKochschule Gin Botanicals

1. Mazeration: Die gewünschten Aromaten, auch Botanicals genannt, werden in Alkohol eingelegt und nach einem bestimmten Zeitraum gefiltert. Diese einfachste Form, die auch leicht Zuhause mit Wacholderbeeren und einem klaren Schnaps hergestellt werden kann, nennt sich Compound Gin. Dieser Gin hat bedingt durch die zugefügten Gewürze und Kräuter eine dunkle Färbung.

2. Digestion: Ein Vorgang ähnlich wie bei der Mazeration, jedoch wird der Alkohol dabei auf ca. 70 °C erhitzt, so dass sich die Aromaten schneller lösen, der Alkohol jedoch nicht verdampft. Anschließend kann in beiden Fällen der Branntwein destilliert werden, so dass der Gin wieder glasklar wird.

3. Perkulation: Bei diesem Verfahren tropft bzw. strömt heißer Alkohol oder Alkohol-Dampf durch die Aromaten, die sich in Netzen oder Körben befinden.

Übrigens: Für die Herstellung eines „London Dry Gin“ werden alle Zutaten gleichzeitig dem Alkohol zugefügt, bevor alles zusammen ein weiteres Mal destilliert wird. Ein Gin bekommt die Bezeichnung „Dry”, wenn bei der Herstellung kein zusätzlicher Zucker verwendet wurde.

Siemens lifeKochschule Gin Geschichte

Kurze Geschichte des Getränks

Gin wurde erstmals im 16. Jhd. in den Niederlanden aus Roggen gebrannt. Der Wacholder lieferte dabei nicht nur das Aroma, sondern sorgte auch für eine harntreibende Wirkung.

In England entwickelte sich Gin im 18. Jhd jenseits des medizinischen Nutzens zum großen Problem: Jeder Londoner konsumierte zu dieser Zeit etwa 400 ml Gin pro Tag „um das tägliche Elend wenigstens für den Moment zu vergessen” (siehe auch Ch. Dickens: Sketches by Boz). Kinder waren in diese Statistik übrigens mit eingeschlossen.

Gin-Tonic wurde erfunden, um das während der Kolonialzeit gegen Malaria eingesetzte und extrem bittere, chininhaltige Tonic Water geschmacklich zu verbessern. Tonic (engl. = „kräftigend, stärkend”) leitet sich übrigens ab von Tonikum (griech. tonikòs = „gespannt“).